Schnittstelle zwischen Theorie & Praxis

Professionelle Pflege ist wissenschaftlich fundiert, qualitativ hochwertig und individuell auf den pflegebedürftigen Menschen angepasst!

Die ständige Weiterentwicklung der pflegerischen und medizinischen Therapieansätze, der Zuwachs an pflegerischen Forschungserkenntnissen sowie der kontinuierliche Wandel unseres Gesundheitssystems schaffen immer wieder neue Möglichkeiten und Voraussetzungen für die Versorgung unserer Patient:innen. Die daraus entstehenden, komplexer werdenden Versorgungsbedarfe erfordern es, die Pflege stetig weiterzuentwickeln.

Damit unsere pflegerische Versorgung dabei immer basierend auf dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse, patientenorientiert und mit höchster Qualität abläuft, haben wir die Stabstelle Pflegeentwicklung eingeführt.

Foto von einer Schulung im kleinen Vortragssaal der Klinik Wartenberg zu einem Expertenstandard. Vorne im Bild sitzt die Mitarbeiterin der Stabstelle Pflegeentwicklung an einem Tisch, auf dem Ordner und ein Tablet liegen. Hinter ihr steht ein FlipChart und auf der Leinwand im Hintergrund sieht man die Präsentation.

Definition von Praxisentwicklung

„Strategische, inhaltliche und wissenschaftliche Steuerung bzw. (Weiter-) Entwicklung der patientenorientierten Pflege“

(McCormack, Manley & Garbett, 2009)

  • Sicherung und kontinuierliche Verbesserung der Qualität der pflegerischen Versorgung
  • Etablierung einer evidenz-basierten Pflegepraxis
  • Förderung einer Professionellen Pflege und eines professionellen Selbstverständnisses der Pflegenden
  • Entwicklung und Monitoring von Pflegequalität
  • Förderung einer Evidenz-basierten Pflegepraxis (Evidence-based Nursing)
  • Etablierung der Expertenstandards (DNQP) und pflegerelevanten Leitlinien (AWMF) à „Theorie-Praxis-Transfer“
  • Wissenschaftliche Projektbegleitung und Projektkoordination
  • Wissenschaftliche Begleitung von Qualifikationsarbeiten
  • Unterstützung, Begleitung & Beratung der professionell Pflegenden
  • Erarbeitung, Implementierung und Evaluation von Praxisstandards, Richtlinien und Handlungsanweisungen
  • Innerbetriebliche Schulung & Fortbildung

Komponenten einer Evidenz–basierten Pflege

Bei einer Evidenz-basierten Pflegepraxis wird sowohl die externe Evidenz (der aktuelle Stand der Wissenschaft) als auch die interne Evidenz (die langjährigen Erfahrung und Expertise der Pflegefachpersonen & die Präferenzen unserer Patient:innen) mit einbezogen. Darüber hinaus müssen bei jeder klinischen Entscheidung bzw. Veränderung der Pflegepraxis auch immer die gesetzlichen und konstitutionellen Rahmenbedingungen sowie vorhandene klinikeigene Daten (z.B. Ergebnisse aus institutionsbezogenen Evaluationen, Statistiken, …) berücksichtig werden.

Grafik über pflegerische Entscheidungsfindung. Mit den vier Bausteinen: Ergebnisse der Pflegeforschung, Ziele & Vorstellungen des Pflegebedürftigen, Rahmenbedingungen/Kontext und Expertise der Pflegenden.
(modifiziert nach Behrens & Langer, 2016, S. 27)
Auf dem Foto sieht man die Pflegefachkräfte Susanne Leise und Dijana Smickovic, die sich im Arm halten und fröhlich zueinander gewandt anlächeln. Links im Vordergrund des Bildes steht ein Pflegewagen, darauf steht ein iPad zur Dokumentation. Im Hintergrund sieht man den Stationsflur mit einem Bild mit grünem Wald als Motiv.

Unsere aktuellen Praxisentwicklungs-Projekte:

OMW Netzwerk-Gedanke: OMW auf Anfrage zur Verfügung stellen (Themen auflisten auf  HP) Bisherige Themen: Dekubitus-Klassifikation, DK-Pflege zur Infektionsprävention, Umgang mit PVK-Extensionssets, Demenzformen, Inhalte einer Beratung zur Mobilitätsförderung, Wundreinigung & Desinfektionsmittel, BESD Skala zur Schmerzerfassung bei Demenz, Hypertonie, Inkontinenzversorgung, Kinästhetische Transferarten, Skin Tears, Vermisster Patient, Basale Stimulation 1 (von der Berührung zur Bewegung), Basale Stimulation 2 (spezielle Techniken für bestimmte Patientengruppen)

Ansprechpartner

Florian Dittrich

Pflegedienstleiter
Pflegedienst

Behrens, J. & Langer, G. (2016). Evidence based Nursing and Caring (4. vollst. überarb. u. erw. Aufl.). Bern: Hogrefe.

Fleischmann, N., Seismann-Petersen, S. & Dichter, M. (2017). Einfach Besser Nursen. Altenpflege, 8, 26-29.

German Center for Evidence-based Nursing (2023). EBN-Zentrum. Zugriff am 21.08.2023 unter https://www.umh.de/ einrichtungen/institute/gesundheits-und-pflegewissenschaften/leistungsspektrum/wissenswertes/ebn-zentrum

International Council of Nurses (ICN) (2012). Closing the gap: From evidence to action. Zugriff am 01.08.2023 unter https://www.nursingworld.org/~4aff6a/globalassets/practiceandpolicy/innovation–evidence/ind-kit-2012-for-nnas.pdf

Kerr, H. & Rainey, D. (2021). Addressing the current challenges of adopting evidence-based practice in nursing. In British Journal of Nursing 30 (16). Zugriff am 01.08.2023 unter https://www.britishjournalofnursing.com/content/professional/addressing-the-current-challenges-of-adopting-evidence-based-practice-in-nursing/

McCormack, B., Manley, K. & Garbett, R. (2009). Praxisentwicklung in der Pflege. Bern: Hogrefe

McDonald, L. (2001). Florence Nightingale and the early origins of evidence-based nursing. EBN notebook, 4, S. 68-69.

Meyer, G., Köpke, S. (2012). Wie kann der beste pflegewissenschaftliche Kenntnisstand in die Pflegepraxis gelangen? Pflege und Gesellschaft, 17 (1), 36 – 44.

Rycroft-Malone, J. (2004). The PARISH framework – a framework for guiding the implementation of  evidence-based practice. Journal of Nursing Care Quality, 19, 297-304.

Rycroft-Malone, J., Seers, K., Titchen, A., Harvey, G., Kitson, A., & McCormack, B. (2004). What counts as evidence in evidence-based practice? Journal of Advanced Nursing, 47, 81-90.